Die Wirkung von Guarana

Über die Wirkung von Guarana tummeln sich unzählige verschiedenen Meinungen. Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Guarana enthält Koffein. Koffein wirkt belebend.

guarana gegen müdigkeit
das gilt es zu vermeiden 😉

Genau das ist der Grund, warum viele Menschen am Morgen erst in die Gänge kommen, wenn sie mindestens drei Tassen Kaffee intus haben. Doch was machen die, die keinen Kaffee mögen? Oder ihn nicht vertragen? Oder vielleicht auf Reisen sind und bei Bedarf gerade keinen Kaffee zur Verfügung haben? Genau – dafür gibt es Guarana.

Genau wie die Kaffeebohne stammt auch Guarana aus der Region rund um das südamerikanische Amazonasbecken. Und genau wie Kaffee wirkt auch Guarana belebend, wenn auch auf eine andere Art. Und genau wie Kaffee ist es auch ein reines Naturprodukt. Was genau der südamerikanische Samen des Paullinia cupana in unserem Organismus entfacht, darum geht es im folgenden Artikel.

Schon die Indianer schätzten die wirkung

Guarana ist kein „neumodisches Zeug“, denn die Ureinwohner nutzen die Kraft der Pflanze schon seit Jahrhunderten. Als einst hauptsächlich Indianer die Region um den Amazonas in Südamerika bevölkerten, wanderten sie oft tage- oder wochenlang durch den tropischen Dschungel, um Nahrungsquellen zu erschließen.

Der Weg war beschwerlich und erforderte volle Konzentration. In ihrem „Reisegepäck“ führten sie den Samen der Guaranapflanze mit sich, so wird es in alten Legenden erzählt. Allerdings deutet das heutige Verhalten der Einwohner auf den Wahrheitsgehalt dieser Legenden hin.

Sind die dort ansässigen heutigen Indianervölker unterwegs, stellen sie einen „Riegel“ aus Guaranasamen, Wasser und Maniokstärke her, genannt „Bastions“. Bei Ermüdungserscheinungen knabbern sie an dem Riegel, zudem soll die Wirkung noch auf das Hungergefühl dämpfend wirken. Also ideal auf dem beschwerlichen Weg durch den Dschungel!

Die Wirkung im Fokus der Wissenschaft

 

Das Guarana wirkt, ist nicht die Frage. Aber wie genau wirkt es? Das hat mich interessiert und herausgekommen sind spannende chemische Prozesse. Der hauptsächliche Wirkstoff in Guarana ist Koffein. Der Gehalt liegt bei etwa 4 – 8 Prozent in der Trockenmasse des Guaranapulvers. Pro Gramm Pulver ergibt sich so ein ungefährer Gehalt an Koffein von rund 40 – 80 mg. Das entspricht einer Tasse normalem Filterkaffee.

Im Jahr 1820 gelang es dem Chemiker und Apotheker Friedlieb Ferdinand Runge (1794 – 1867) erstmals, aus Kaffeebohnen Koffein zu isolieren. Koffein kommt in rund 60 Pflanzenarten vor, darunter im Kaffeestrauch, dem Mate-Strauch, der Kolanuss, dem Teestrauch und natürlich im Guaranastrauch. Hier sogar in der höchsten Konzentration.

In den meisten koffeinhaltigen Pflanzen, kommen auch die ähnlich dem Koffein strukturierten Wirkstoffe Theophyllin und Theobromin vor. Zudem wandelt sich konsumiertes Koffein ebenfalls im menschlichen Körper zu Theophyllin und Theobrmin um. Diese drei Substanzen sind also quasi verantwortlich für die Wirkung von Guarana.

Die Wirkung von Koffein

Wenn Du Koffein zu Dir nimmst, passiert in Deinem Körper Folgendes: Es wird aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiert, es gelangt in die Blutbahn und verteilt sich im gesamten Körper. Es durchdringt selbst die sogenannte „Blut-Hirn-Schranke“. Damit ist ein Membran gemeint, welches von den Zellen in den Wänden der kapillaren Blutgefäße im Gehirn aufgebaut wird. Durch diese Schranke wird ein Eindringen schädlicher Substanzen über das Blut ins Gehirn verhindert. Nährstoffe – also auch Koffein – dürfen diese Schranke passieren. Nun wirkt das Koffein auf das zentrale Nervensystem.

Nach dem Kaffeegenuss vergehen rund 20 Minuten, bis die Wirkung einsetzt. Nach dem Konsum des Koffein in Form von Guarana kann es bis zu 45 Minuten dauern, bis Du eine Wirkung verspürst. Du fühlst Dich deutlich wacher, fitter. Du kannst deswegen keine Bäume ausreißen, aber Du bist doch voll da.

Zudem hält die Wirkung von Guarana allerdings deutlich länger an., so können durchaus bis zu neun Stunden ins Land ziehen, bevor das Koffein aus dem Guaranasamen wieder vom Körper abgebaut wurde.

Theobromin

Theobromin gehört zu der Gruppe der Stimulantien und besitzt ebenfalls eine anregende Wirkung auf das Nervensystem. Der Organismus reagiert auf Theobromin ähnlich wie Koffein, allerdings deutlich schwächer.

Theophyllin

Theopphyllin gehört wie das Koffein zu den Purinalkaloiden. In der Medizin wird der Naturstoff gegen Asthma und andere Bronchialerkrankungen eingesetzt.

Gerbstoffe als Wirkverzögerer des Guarana

Der Unterschied zum Koffein des Kaffee und dem vom Guaranastaruch liegt darin, dass Letztgenannter deutlich länger benötigt, um sich wieder abzubauen. Dadurch hält beim Menschen die belebende „Wachmacher-Wirkung“ länger an. Das wiederum liegt an den enthaltenen Gerbstoffen, die im Guaranasaen stecken. Bevor nämlich das Koffein aus Guarana „Loslegen“ kann, müssen zuerst die Gerbstoffe vom Körper aufgenommen und abgebaut werden. Erst danach kann sich der Organismus dem Koffein widmen.

Welche Wirkung verspüren wir?

Von den körperlichen Prozessen bekommen wir nichts mit. Wie eine gut geölte Maschine arbeitet unser Inneres. Zellen teilen sich, bauen sich ab, erneuern sich. Es werden wichtige Nährstoffe per Boten durch unser Muskel-, Nerven- und Blutsystem transportiert und schädliche Stoffe werden vernichtet.

guarana und party

Erst, wenn etwas nicht rund läuft, bekommen wir etwas mit. Sei es nach einer durchzechten Nacht, sei es im Falle einer Erkrankung. Wir fühlen uns schlapp und müde. Natürlich führt der erste Weg bei einer Erkrankung in die Apotheke oder zum Arzt und nicht zum Koffein, aber nach einer feucht-fröhlichen Party kannst Du Deinem Körper durchaus selbst mit etwas Koffein auf die Beine helfen.

Doch hier liegt die Krux: Viele trinken einen Kaffee nach dem anderen und wundern sich, warum sie irgendwann nahezu umfallen vor Müdigkeit. Der Grund ist eigentlich ganz einfach: Das Koffein des Kaffee bewirkt im Körper, dass vermehrt Adrenalin ausgestoßen wird. Doch genauso schnell, wie der Adrenalinspiegel hochgefahren ist, fällt er auch wieder. Jetzt muss sich das Adrenalin jedoch erst neu bilden, deswegen bringt die nächste Tasse Kaffee erst mal nichts. Denn für die Bildung des Adrenalin benötigt der Körper einfach etwas Zeit. Das Gleiche gilt übrigens auch bei Energydrinks, bei Koffeintabletten und was es da alles gibt.

Die Wirkung von Guarana kristallisiert sich hier deutlich feiner heraus. Es lässt den Adrenalinspiegel sanft ansteigen – und hält ihn oben, vereinfacht gesagt. Genauso sanft, wie er ansteigt, fällt er auch wieder ab. Deswegen spürst Du beim Konsum von Guarana einen verträglichen Level von Power, der auch sehr lange anhält. Keine Frage – alles was Koffein enthält, wirkt. Aber es wirkt schnell und hört genauso schnell mit der Wirkung auf. Außer Guarana, das wirkt etwas zeitverzögert, dafür aber deutlich länger. Eigentlich ist es damit doch die sinnvollste Variante, wenn es um Leistungsbereitschaft, Power um Dynamik geht, oder?

Für was eignet sich die Wirkung?

Besonders gut eignet sich die verzögert eintretende und langanhaltende Wirkung für einige Bereiche des täglichen Alltages. So konsumieren besonders gerne Sportler Guarana vor dem Training oder einem Wettkampf, um die kleine Extraportion Power zu kanalisieren.

Die ausgezeichnete Wirkung als „Kater-Killer“ nach einer feucht-fröhlichen Party wurden ja schon beschrieben, doch auch das Gegenteil ist eine Option für Guarana: Angenommen, Du bist zu einer wichtigen abendlichen Veranstaltung eingeladen worden. Doch am Abend zuvor wurde es auch schon spät und Du hast Sorge, dass Dir bei der abendlichen Zusammenkunft die Lider herabfallen.

Was tun? Ganz einfach: Nimm bestenfalls eine Guaranakapsel, die Dir hinreichend Power bescheren wird. Doch bedenke: Nimm das Guarana keinesfalls erst kurz vor dem Anlass – sondern zeitlich so, dass die Wirkung bei Beginn der Veranstaltung schon einsetzte, dass Du aber schlafen kannst, wenn der Abend vorbei ist.

Studenten oder Menschen, die sich auf wichtige Prüfungen vorbereiten müssen, scheitern oft an ihrem Schlafbedürfnis. Natürlich – Schlafen ist wichtig, das soll hier keinesfalls in Abrede gestellt werden – doch jeder kennt die kurzen „Tiefs“, die es auch mal zu überbrücken gilt. Hier kann Guarana als reines Naturprodukt wunderbar mal für eine Entlastung sorgen, indem der Wirkstoff tut, was er soll: Wachhalten.